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Gösta Nystroem

Sinfonien Nr. 2 "Sinfonia espressiva" und Nr. 5 "Sinfonia seria"
Malmö Sinfonie-Orchester, Paavo Järvi

Der in Frankreich ausgebildete Gösta Nystroem (1890-1966) gehört zu Schwedens größten Komponisten, und die 1932-35 entstandene Sinfonia espressiva krönt zusammen mit der einsätzigen Sinfonia del mare (Nr. 3, 1946-48) sein vielseitiges Schaffen, das von kapriziös Frankophilem bis hin zu nordischer Elegie reicht. Die Sinfonia espressiva ist eine der großen Sinfonien der Zeit. Ihre Tonsprache sollte all jene begeistern, denen Schostakowitsch, Hindemith und Honegger zusagen. Sie beginnt mit einer weitgespannt expressiven Lento-Monodie der ersten Geigen. In beiden Sinfonien sind langsame Sätze die Basis der Entwicklung, zu denen dann die teils harschen schnellen Sätze kontrastieren. Nystroems Klang ist stets sinnlich, nie theoretisch, und sein virtuos effektiver Kontrapunkt kann geradezu süchtig machen. Mächtig schreiten die Passacaglien im

dritten und vierten Satz der Espressiva voran. Der 1963 aus teils früheren Materialien komponierten Sinfonia seria eignet nicht ganz solche thematische Kraft und Stringenz, dafür beeindrucken kompromißlose Kargheit und – in beiden Werken! – direkt auf die Gesamtfrom abgestimmte Ökonomie der Orchestration. Die Aufführungen – von unbedingter Einfühlung und Souveränität getragen – sind schlicht unwiderstehlich!

Christoph Schlüren

Vergleichsaufnahme
Sinfonia seria: Stockholmer Philharmoniker,
J.-P. Saraste; Caprice 21332

(Rezension für Klassik Heute)

BIS 782 (65'/1996)

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