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Joseph Marx
(geb. Graz, 11. Mai 1882 - gest. Graz, 3. September 1964)

Romantisches Klavierkonzert in E-Dur (1919)

I Lebhaft (Allegro moderato) p. 3
II Nicht zu langsam (Andante affettuoso) p. 81
III Sehr lebhaft (Allegro molto) p. 103

Vorwort
Es ist eines jener immer noch nicht ganz gelüfteten Rätsel der Musikgeschichte, daß Joseph Marx, den Wilhelm Furtwängler 1952 als den "Führer des musikalischen Österreichs" bezeichnete, heutzutage nicht zu den bedeutenden Größen der Musik des 20. Jahrhunderts zählt. Im Laufe seines langen Lebens mit Ehrungen überhäuft wie kaum ein anderer, stand der steirische Tonkünstler bis zu seinem Tode mehr als fünf Jahrzehnte lang im Mittelpunkt des österreichischen Musiklebens und war einer der aktivsten Musikfunktionäre, Kompositionslehrer und Musikkritiker der mitteleuropäischen Spätromantik. Wie von vielen noch lebenden Kennern bestätigt, hatte Marx in der Wiener Musikszene über Jahrzehnte hinweg sogar die unbestreitbare Schlüsselposition inne. So darf es nicht erstaunen, daß ausgerechnet er es war, den die Atatürk-Regierung 1932 als ersten Berater für den Aufbau des türkischen Musik- und Konzertlebens und des Konservatoriums von Ankara in die Türkei berief (später waren dies Paul Hindemith und Béla Bartók). Seine Schüler erzählen noch heute, daß Marx, der mit einer Reihe von berühmten Zeitgenossen (wie Giacomo Puccini, Karol Szymanowski u.v.a.) befreundet war und eine außerordentliche Allgemeinbildung in Literatur sowie in vielen Bereichen der Kunst und Wissenschaft besaß, von seiner gesamten Studentenschaft "wie ein Gott bewundert und verehrt wurde". So hatte sich sein Ruf als führende Musikautorität Österreichs schon bald bis in die entferntesten Winkel der Erde herumgesprochen, und junge Musiker aus aller Welt nahmen die lange Reise nach Österreich auf sich, um von jenem Meister unterrichtet zu werden, der auch Schöpfer so vieler weltbekannt gewordener Klavierlieder war — und genau hierin liegt sicherlich der Ursprung der beispiellosen Karriere des Joseph Marx.
1882 als Sohn eines Arztes und einer Pianistin in Graz geboren, befaßte der junge Marx sich schon sehr früh mit der Kunstform des Gedichtes und mit dem bewußten Naturerleben (sein Herz sollte mit ‘Mutter Natur’ zeitlebens eng verbunden bleiben). Musikalisch stand er bereits in diesen jungen Jahren unter dem großen Einfluß von Claude Debussy und Alexander Skrjabin, die er beide zutiefst verehrte. Nach einer Reihe bislang unveröffentlichter, aber mit Erfolg aufgeführter Orgel- und Klavierstücke und von ihm selbst arrangierter Trio- und Quartettstücke, die er um die Jahrhundertwende zur Zeit seiner Matura komponiert hatte, konzentrierte Marx sich vornehmlich auf Klavierlieder und trat auch als Begleiter seiner eigenen Lieder auf (er galt übrigens als brillanter Pianist, der bis ins hohe Alter selbst die schwersten Klavierstücke und –begleitungen mit Leichtigkeit auswendig beherrschte, was er auch in seinen Unterrichtsstunden häufig demonstrierte).
Bei einem dieser Liederabende, im Alter von 25 Jahren, lernte Marx die Sängerin Anna Hansa (1877-1967) kennen, eine Grand Dame aus einer der angesehensten Familien der Grazer Gesellschaft. Anna Hansa besaß enge Kontakte zur Musiker- und Künstlerszene und hatte in Graz ein neuartiges Café eröffnet, in dem kulturelle Begegnungen verschiedenster Künstler und Musikabende stattfanden. Die Freundschaft und anschließende lebenslange Liebesbeziehung mit Anna sollte das Leben des jungen Joseph Marx für immer verändern. Die Sängerin wurde zur Interpretin der Lieder des vielversprechenden Künstlers und verhalf ihm schließlich zu seinem Durchbruch als meistgesungener Liederkomponist der Steiermark.
In seinem Denken wurde Joseph Marx beeinflußt durch Gespräche mit dem Erkenntnistheoretiker Alexius von Meinong (1853-1920) und später durch eine Freundschaft mit dem Experimental-psychologen Vittorio Benussi (1878-1927), mit dem er gemeinsam in endlosen Spaziergängen die psychologischen Rätsel der Musik erforschte, bis sich die Überzeugung in ihm gefestigt hatte, daß es sich bei der Tonalität um ein mit dem Geist und Herzen des Menschen untrennbar verbundenes, universelles Gesetz der Natur handle (dies ist eindrucksvoll dokumentiert in seinem 1964 erschienenen, anspruchsvollen literarischen Vermächtnis Weltsprache Musik). Eine enge Freundschaft mit dem Dichter Anton Wildgans (1881-1932) sowie sein Studium der Philosophie, Kunstgeschichte, Germanistik und Archäologie an der Grazer Universität, das er als Doktor der Philosophie zu Ende brachte, taten schließlich ihr übriges, um die Entwicklung des Joseph Marx zum Lyriker, späteren Kritiker und geistvollen, weltgewandten Tonkünstler abzurunden.
Nachdem er mit einer musikwissenschaftlichen Dissertation (Über die Funktion von Intervall, Harmonie und Melodie beim Erfassen von Tonkomplexen, 1909) Aufsehen erregt und allein bis 1912 schon rund 120 teils sehr erfolgreiche Lieder komponiert hatte, wurde ihm 1914 der Posten des Professors für Theorie an der Musikakademie der Universität Wien angeboten, wo er fortan unterrichtete (hier gehörten Franz Schreker, Franz Schmidt und andere berühmte Zeitgenossen zu seinem Kollegenkreis). 1922 übernahm er nach Ferdinand Löwe die Leitung der Akademie und wurde später zum Rektor der Hochschule für Musik ernannt. Nach seiner bereits erwähnten Funktion als musikalischer Berater der türkischen Regierung (1932-33) wurde Joseph Marx in den dreißiger Jahren als Kritiker für das Neue Wiener Journal tätig und arbeitete später in gleicher Weise für die Wiener Zeitung. Seine Lehrtätigkeit in Wien (und parallel auch an der Grazer Universität), innerhalb derer er insgesamt 1255 Studenten aus aller Welt unterrichtete, gab er erst ungefähr Mitte der fünfziger Jahre auf, nachdem er als der angesehenste Vertreter der ernsten Musik Österreichs und einflußreichste Gegner der Neuen Wiener Schule Geschichte geschrieben hatte. Hier wußte Marx sich übrigens in bester Gesellschaft, denn neben seinen vielen österreichischen Mitstreitern (u.a. Wilhelm Kienzl, Alois Melichar und Franz Schmidt) bekam er auch aus dem Ausland tatkräftige Unterstützung. So hat z. B. Frederick Delius, quasi Englands musikalisches Pendant zu Joseph Marx, Schönbergs progressiven Stil als "atonale Häßlichkeit" bezeichnet. Dennoch war Marx unter den Gegenspielern der Modernisten im mitteleuropäischen Raum sicherlich die schillerndste und aktivste Figur schlechthin, denn nicht nur als Kritiker und Pädagoge, sondern auch als Jurymitglied bei verschiedenen nationalen und internationalen Kompositionswettbewerben ließ Marx in seiner scharfsinnig-bissigen Art — wie schon zuvor in seinen Gefechten gegen den Schönberg-Kreis — an den atonal-polytonalen Nachwuchskomponisten kein Haar ungekrümmt.
Doch wie ist Joseph Marx jenseits des Liedergenres als Komponist in Erscheinung getreten? Er schrieb einige beliebte Chorwerke (darunter Herbstchor an Pan und Morgengesang mit Orchester) und exquisite Soloklavier- und Kammermusik (u.a. drei Streich- und drei Klavierquartette, zwei Violinsonaten, ein Klaviertrio, Cellowerke und einige weitere Kammerwerke mit Singstimme) und hinterließ zudem ein recht umfangreiches Œuvre im Bereich der Orchestermusik, darunter das 1919 vollendete Romantische Klavierkonzert, ferner sein Hauptwerk, die Herbstsymphonie (1920/21), bei der es sich eher um eine Rhapsodie von nahezu gigantischen Ausmaßen handelt, die aus drei impressionistischen Naturgemälden bestehende Natur-Trilogie, ein zweites Klavierkonzert mit dem Titel Castelli Romani und viele mehr.
Innerhalb der internationalen Komponistengemeinde genoß Marx hohes Ansehen. So hat beispielsweise die profilierte russisch-kanadische Komponistin Sophie Carmen Eckhardt-Grammaté (1902-74) einmal über ihn gesagt, daß seine Lieder und Orchesterwerke "Epoche gemacht" hätten. Kein geringerer als Nikolaj Medtner (1880-1951), einer der wichtigsten Repräsentanten der Moskauer Komponistengruppe im späten 19. Jahrhundert, der auch Sergej Tanejev, Alexander Skrjabin und Sergej Rachmaninov angehörten, schrieb in einem Brief an Joseph Marx am 14. November 1949: "Meine Begegnung mit Ihnen war ein unerwartetes Geschenk, ein Zeichen, daß alles Unerwartete, Fantastische und EWIG Romantische noch immer da ist, trotz aller Bemühungen der gegenwärtigen 'Kunst-Führer', das alles auszurotten."
Angesichts solch aussagekräftiger Zeugnisse großer Komponistenkollegen muß man sich erneut die Frage nach dem Grund für die völlig unverdiente Vernachlässigung dieses allerorts hochgeschätzten Künstlers stellen. Einer der Hauptgründe mag sicherlich die irrige Annahme sein, Marx sei ein erzkonservativer, ja sogar rückschrittlicher Komponist gewesen — eine Behauptung, die sich bei eingehendem Studium des Marxschen Gesamtœuvres und insbesondere im direkten Vergleich mit einigen berühmteren stilverwandten Komponisten seiner Zeit leicht widerlegen läßt. Nichtsdestotrotz hat Marx, der in seiner Eigenschaft als hochrangiger Musikfunktionär und Kritiker zweifellos ein Bewahrer der Tradition war und als einer der größten Verfechter des Tonalitätsprinzips den wienerischen Ton angab, aus seiner tiefen Verehrung für die Urväter der Musik (Mozart, Schumann, Bach, Haydn usw.) nie ein Geheimnis gemacht und verwendete auch in eigenen Werken Variationen ihrer bekannten und weniger bekannten Themen, so z.B. in seinen Alt-Wiener Serenaden von 1941, worin er Motive von Carl Michael Ziehrer und Joseph Haydn zitierte, oder in den auch für Streichorchester arrangierten Streichquartetten in modo antico und in modo classico, mit denen Marx seinen alten Vorbildern auf höchst eindrucksvolle Weise huldigte. Doch Marx wollte damit sicherlich auch einen pädagogischen Leitfaden für Nachwuchskomponisten bereitstellen, was ihm auch zweifellos gelungen ist, denn es sind insbesondere die klassizistischen Werke aus seiner letzten Schaffensphase, die — ebenso wie seine Werke aus der Zeit des "Liederfrühlings" — offensichtlich eine ganze Generation von Musikern geprägt haben, wie zahlreiche Briefe an Marx und andere wichtige Dokumente belegen. So äußerte sich beispielsweise der große Cellist Pablo Casals einmal dahingehend, daß Marx "für die Erhaltung der Musikkultur der Zukunft absolut nötig" sei, und bezeichnete "die Non-Musique gewisser berühmter Zeitgenossen" als "dem Untergang geweiht".

Eine der hervorstechendsten Kompositionen von Joseph Marx, mit der er seine Haltung als Musiker anschaulich zum Ausdruck brachte, ist das 1919 vollendete Romantische Klavierkonzert in E-Dur, dessen erste Skizzen er bereits 1916 niedergeschrieben hatte. Schon bei Betrachtung der Namensgebung fällt die musikalische Standortbestimmung deutlich auf, und die Kritik schloß sich der Zielsetzung des Komponisten durchaus an, wie z.B. einer Stellungnahme der Reichspost vom 7. Februar 1921 zu entnehmen ist: "Es gehört der Mut einer überzeugungstreuen, auf Ideale schwörenden Künstlerseele dazu, in der heutigen Zeit des nüchternen Intellektualismus, der leider Gottes auch in das geheiligte Reich der Kunst mit seinem zerstörenden Gifthauch eingedrungen ist, mit einem romantischen Klavierkonzert vor die Öffentlichkeit zu treten und unbekümmert um das spöttische Lächeln unserer neuen musikalischen Teufelsanbeter und häßlichkeitstrunkenen Neutöner durch ein derartiges Werk den hohen Schönheitsidealen zu huldigen. Joseph Marx hat dies mit seiner neuesten Schöpfung getan und damit eine Kulturtat vollbracht, für die ihm alle Dank wissen werden, denen die Kunst heilig ist, die als höchste Aufgabe des Kunstschaffens die Darstellung des Schönen ansehen und die in ihr mit dem ästhetisch-formalen Element auch einen ethischen Inhalt suchen…".
Das rund vierzigminütige Romantische Klavierkonzert leitete die bis 1932 andauernde Orchestermusik-Phase des Komponisten ein, der nach Vollendung seiner 1910 und 1911 entstandenen Chorwerke mit Orchesterbegleitung zunächst nur Lieder, Kammer- und Klaviermusik geschrieben hatte. Die Uraufführung des Romantischen Klavierkonzerts wurde zunächst im Sommer 1919 von Marx und dem in Triest geborenen Pianisten Angelo Kessissoglu gemeinsam in einer Fassung für zwei Klaviere (die beim Verlag Universal Edition ebenfalls vorliegt) gespielt, während die Orchesterpremière mit Kessisoglu als Solisten am 19. Januar 1921 durch die Wiener Symphoniker unter Ferdinand Löwe stattfand. Später hat Marx das Konzert übrigens auch selbst dirigiert; Berichten zufolge ist er sogar recht häufig als Dirigent seiner eigenen Werke in Erscheinung getreten, beispielsweise der Orchesterlieder oder des zweiten Klavierkonzerts Castelli Romani von 1929/30, aber bisweilen auch bei Aufführungen von Werken anderer Komponisten. Zu den bekanntesten Pianisten, die sich des Romantisches Klavierkonzerts annahmen, gehört Walter Gieseking, der übrigens auch der Solist bei der Uraufführung von Castelli Romani war und dieses zweite Klavierkonzert in den folgenden zwei Jahrzehnten häufig spielte.
Das Romantische Klavierkonzert läßt sich im Grunde genommen als großzügig gearbeitetes, symphonisches "Duett" zwischen Klavier und Orchester bezeichnen. Der im Klangbild moderne, eindeutig dem 20. Jahrhundert zuzuordnende Klavierpart verlangt vom Solisten ein ungeheures Maß an Virtuosität und Ausdauer. Dennoch wirkt das Klavier hier nur selten als gesonderter Klangkörper, sondern ist vielmehr in die große symphonische Gestaltung eingeflochten und wird oft in aparten Überglitzerungen entsprechend seiner farbigen Wirkung verwendet. Doch dies muß den meisten Pianisten als undankbare Aufgabe erscheinen, denn im Ergebnis fällt nur dem sehr geübten Hörer auf, welch enormen Kraftakt der Solist vollbringen muß — vermutlich einer der Hauptgründe dafür, daß dieses Virtuosenstück relativ unbemerkt geblieben ist. Nach einem leidenschaftlichen Gefühlsüberschwang und der ausladenden Melodik des mit Lebhaft überschriebenen Kopfsatzes führt das Andante affettuoso in der parallelen Molltonart zur Kontemplation inmitten einer ernsten, polyphon-gotischen Grundstimmung. Der rondoartige Finalsatz — Sehr lebhaft — beinhaltet ein eingestreutes Tarantella-Thema im Charakter eines Scherzos mit südländischen, rhythmisch-exotischen Wendungen und bringt das Werk nach einer Reprise eines der Haupt-themen des ersten Satzes schließlich mit hämmernden Akkorden zu einem triumphierenden Ende.
Mit dem Tode von Marx im Jahre 1964 teilte das Romantische Klavierkonzert das Schicksal fast aller Orchesterwerke des Komponisten und verschwand gänzlich von der Bildfläche, bis es schließlich von Jorge Bolet aufgegriffen wurde, der die Partitur nach eigenen Angaben Mitte der siebziger Jahre in einer privaten Musiksammlung entdeckt hatte. Bolet spielte sein "Lieblingskonzert" im Laufe des darauffolgenden Jahrzehntes mit bedeutenden Orchestern in vielen Teilen der Welt, darunter auch in Deutschland (Berlin, Hamburg, Hannover, München) und anderen europäischen Städten wie Wien, Linz und Zagreb, doch unvergeßlich geblieben ist sicherlich der große Erfolg des Werkes in seiner legendären US-Premiere Bolets mit den New Yorker Philharmonikern unter Zubin Mehta im Jahre 1976. In dem ausschweifenden Wohlklang und der raffinierten Harmonik in seinen Partituren spiegelt sich auch das vielseitige und schillernde Wesen dieses Künstlers wider: ein tiefgründiger Lyriker und sehnsuchtsvoller Optimist, der seine nie versiegende Daseinsfreude mit anderen teilen möchte. Und so nimmt Joseph Marx als Mystiker des Glücks einen ganz besonderen Platz in der Musikgeschichte ein und verdient als solcher auch die entsprechende Aufwertung in den Konzertprogrammen.
Berkant Haydin, 2004.

Aufführungsmaterial ist vom Verlag Universal Edition, Wien (www.universaledition.com) zu beziehen.

Nachdruck mit freundlicher Genehmigung der Universal Edition AG, Wien, 2004.

Joseph Marx
(Born Graz, May 11th, 1882 - died Graz, September 3rd, 1964)

Romantic Piano Concerto in E Major (1919)

I Lebhaft (Allegro moderato) [lively] p. 3
II Nicht zu langsam (Andante affettuoso) [not too slow] p. 81
III Sehr lebhaft (Allegro molto) [very lively] p. 103

Preface
One of the remaining mysteries of music history is why Joseph Marx, titled "the leading force of Austrian music" by William Furtwängler in 1952, is no longer counted among the great composers of the 20th century. The Styrian composer received an enormous number of honors and awards over the course of his long life, but he was also held in high esteem as one of the most active music officials, composition teachers and critics of the mid-European late Romantic era. As numerous surviving contemporaries can confirm, he even occupied a key position in the Viennese music scene over several decades. Thus it is not surprising that the Atatürk government called him to Turkey in 1932, where he acted as first advisor on the development of Turkish music and concert life, and where he also helped to build up the Turkish conservatory in Ankara (later, Paul Hindemith and Béla Bartók stepped in). His surviving students recall that Marx, whose friends were famous contemporaries like Giacomo Puccini, Karol Szymanowski and many others, also had extensive knowledge in the areas of literature, art and sciences. His entire student body adored and admired him like a "semi-God". His reputation as Austria’s leading musical authority soon spread to all corners of the earth, and young musicians from all over the world made the long journey to Austria, to receive instruction by Marx who had also made a name for himself as the composer of many internationally famous songs. And this is where the origin of the extraordinary career of Joseph Marx lies.
Born in 1882 in Graz as the son of a doctor and a female pianist, Marx was fascinated from an early age with poetry as an art form and also had an intense relationship with nature (throughout his life, he maintained a close affinity with ‘mother nature’). On the musical side, in his younger years he was greatly influenced by Claude Debussy and Alexander Scriabin, both of whom he deeply admired. Following the composition of numerous organ and piano pieces and a couple of trio and quartet works that he arranged himself around the turn of the century (to date unpublished but in those days partly performed with great success), Marx concentrated mainly on piano songs which he accompanied himself. He was, incidentally, also a brilliant pianist. Even in the last decade of his life, he was still able to easily perform even the most difficult piano pieces, by heart, and he often demonstrated this skill during his lessons.
At the age of 25, while performing at a Lieder evening, Marx met the singer Anna Hansa (1877-1967) who stemmed from one of the best families of Graz. Anna Hansa had many contacts to musicians and artists. She had opened a café in Graz that introduced a new concept: It acted as a point of cultural exchange among various artists and also as a forum for musical performance evenings. His initial friendship, and later his life-long love for Anna, changed Joseph Marx’s life forever. An established singer, she performed the promising young composer’s Lieder and thus helped him to make his final breakthrough as the most-performed song composer of Styria.
Joseph Marx’s thinking was initially influenced by the epistemologist Alexius von Meinong (1853-1920) and later also by his friendship with Vittorio Benussi (1878-1927), an experimental psychologist with whom he extensively discussed the psychological mysteries of music. Eventually, he became convinced that tonality was a natural law and, as such, an irrevocable unity with the heart and spirit of man. This has been impressively documented in his literary work Weltsprache Musik (Music — A Universal Language, published in 1964). A close friendship with the poet Anton Wildgans (1881-1932) and also his own studies in philosophy, art history, German language/culture and archaeology at Graz University finally rounded off Joseph Marx’s education as a highly sophisticated man.
His 1909 dissertation About the function of pitch relations, harmony and melody in the comprehension of tone complexes attracted great attention and by 1912, he had already composed 120 songs, some of which had been very successful in Austria. In 1914, he was offered a professorship of music theory at Vienna University’s Music Academy, where he taught from then onward. There, Franz Schreker, Franz Schmidt and other famous contemporaries were among his colleagues. In 1922, he succeeded Ferdinand Löwe as director of the Academy and later became director of the Music College. Following his time as advisor to the Turkish government (1932-33), Joseph Marx became a music critic for the Neues Wiener Journal in the Thirties and later worked in the same field for the Wiener Zeitung. During his time of teaching in Vienna and at Graz University, he taught a total of 1255 students from all over the world. He did not finish teaching until approximately the mid-Fifties, when he had already made history, not only as one of the most important representatives of classical music in Austria, but also as the most influential opponent of the New Viennese School. With his oppositional stance, Marx found himself in good company. Aside from his Austrian fellow-opponents (among them Wilhelm Kienzl, Alois Melichar und Franz Schmidt), he also received active support from abroad. Frederick Delius, for instance, one of England’s musical counterparts of Marx, called Schoenberg’s progressive style an "atonal ugliness". Yet, among those opponents to the modernists, Marx was certainly — leastwise in central Europe — the most conspicious and active one. His sharp wit, applied not only in his function as critic and teacher against the Schoenberg circle but also as jury member in several national and international competitions, never spared any of the young atonal-polytonal composers.
Aside from his early outpouring of Lieder, Joseph Marx wrote several popular works for choir (among them works with orchestral accompaniment such as Autumn Chorus for Pan and Morning Chant), as well as some exquisite solo piano and chamber music (among them three string quartets and three piano quartets, two violin sonatas, one piano trio, several works for cello and piano and some chamber pieces with voice). Additionally, he left behind a comprehensive orchestral œuvre, including the Romantic Piano Concerto, completed in 1919, as well as his magnum opus, the Autumn Symphony (1920/21) which could rather be described as a rhapsody of gigantic proportion. Further, there is the Nature Trilogy including three stunning symphonic poems, a second piano concerto entitled Castelli Romani and many more.
Within the international composers’ community, Marx was held in high esteem. For instance, the prolific Russian-Canadian composeress Sophie Carmen Eckhardt-Grammaté (1902-74) once said about him that his Lieder and orchestral works had "defined the entire era". Also, no less a man than Nikolai Medtner (1880-1951), one of the most influential members of Moscow’s famous circle of composers in the late 19th century which included masters such as Sergei Taneyev, Alexander Scriabin und Sergei Rachmaninov, wrote in a letter to Marx on November 14th, 1949: "My meeting with you was an unexpected gift and also a sign showing that everything that is unexpected, fantastic and ETERNALLY Romantic does still exist, despite all the efforts of the contemporary 'leaders' of art who strive to eradicate these values."
In view of such evident verification of his skills, we must ask why this widely renowned composer has been so undeservedly neglected. One of the main reasons might well be the mistaken belief that Marx had been an ultra-conservative, even a reactionary composer — a claim that cannot be substantiated by anyone undertaking the detailed study of Marx’s full œuvre, especially when compared to the composers of his time who were more famous but similar in style. In his capacity as a high-ranking music functionary and critic, and without doubt as a traditionalist and one of the great protectors of tonality, Marx was very prominent and successful in setting the Viennese tone of the time. As such, he has never made a secret of his admiration for the founding fathers of music (Mozart, Schumann, Bach, Haydn etc.). In several of his own works he used variations of their well-known and lesser-known themes, and in his Alt-Wiener Serenaden (Old Viennese Serenades, 1941) he incorporated motifs of Carl Michael Ziehrer, Joseph Haydn and others. One can also examine his string quartets in modo antico and in modo classico, arranged for string orchestra, where Marx paid homage to his role models in a most impressive manner. With his music, Marx certainly also meant to make available an instructive guideline for young composers, and he succeeded. The classicist works from his final creative period, just like his works stemming from his first outpouring of Lieder, have influenced an entire generation of musicians, as is confirmed by numerous letters to Marx and by other important documents. The great cellist Pablo Casals, for instance, once said that Marx was "absolutely mandatory for maintaining the musical culture of the future", and also that the "non-musique of particular famous contemporaries" was "certain to fail".
Among the most striking works displaying Marx’s attitude as a composer is the Romantic Piano Concerto in E Major. Completed in 1919, its rough outlines had already been written down by 1916. Even the title points to the musical viewpoint of its creator. The critics agreed with the composer’s goal, as can be seen from an artictle in the Reichspost of February 7th, 1921: "In this time of dry intellectualism, which unfortunately has also infected the holy kingdom of art with its destructive poison, it takes courage to go public with a romantic piano concerto, paying homage to beauty ideals of times bygone while ignoring the haughty laughter of the new musical devil-worshippers with their admiration for all sounds ugly. With his new creation, Joseph Marx has done this, and thus he has achieved a cultural act for which all those will be grateful to whom art is still sacred and who see it as the highest aim of the artist to create beauty and who seek an ethic content inside the aesthetic-formal element…"
Following the completion of his orchestral-choral works of 1910 and 1911, Marx initially had only written songs and chamber music, organ works and piano music. The Romantic Piano Concerto started off his most important orchestral music phase which lasted until 1932. The work was premiered in a version for two pianos (which also is available from the publisher Universal Edition) in the summer of 1919, performed jointly by Marx and a pianist from Triest, Angelo Kessissoglu, while the orchestral premiere on January 19th, 1921 was given by Angelo Kessisoglu and the Vienna Symphony Orchestra under Ferdinand Löwe. Later, Marx also conducted the concerto himself. Incidentally, several reports say that Marx frequently conducted, not only his own works like the orchestral songs and his piano concertos, but sometimes also orchestral works of other composers. Among the most famous pianists who have performed the Romantic Piano Concerto is Walter Gieseking who was also the soloist of the world-premiere of Marx’s Castelli Romani and frequently performed this second piano concerto over the next two decades.
The Romantic Piano Concerto, spanning about 40 minutes, can essentially be described as a generously arranged symphonic duet between piano and orchestra. The piano part can clearly be identified as a product of the 20th century, and it requires great virtuosity and sustaining power of the pianist. Still, the piano does not function as a separate entity, but rather seems to operate as an incorporated part of the greater symphonic architecture, where it is often used to provide distinct sparkles derivative of the impact of its colors. However, this must seem like a thankless job for most pianists, since only the discerning listener will truly understand the enormous power required by the soloist. This, perhaps, is one of the main reasons for this virtuoso piece having received comparably little attention. Following a passionate emotional outburst and the expansive melodic images of the first movement (lively), the parallel minor key of the Andante affettuoso invites us into contemplation by providing a serious, polyphonic-Gothic mood. The rondo-like final movement — very lively — contains a sprinkled tarantella theme in the character of a scherzo with mediterranean, exotic rhythmical idioms. It leads the work to a triumphant conclusion with hammering chords, following the reprise of one of the first movement’s main themes.
After Marx’s death in 1964, the Romantic Piano Concerto met with the same fate as almost all the composer’s other orchestral works and disappeared into oblivion, until it was finally revived by Jorge Bolet who reported that he had discovered the score in a private music collection in the mid-seventies. Over the following decade, Bolet performed his "favorite concerto" with well-known orchestras all over the world, including Germany (Berlin, Hamburg, Hanover, Munich) and other parts of Europe (among them Vienna, Linz and Zagreb). Still, Bolet’s most memorable performance remains the enormous success at its legendary United States premiere with the New York Philharmonic Orchestra conducted by Zubin Mehta in 1976. The richly rhapsodic euphony and refined harmonies of his scores mirror the versatile, scintillating personality of this composer. A profound lyricist and yearning optimist, he wants to share his unbridled joie de vivre with others. Thus, as a mystic of bliss, Joseph Marx occupies a very special place in music history and as such deserves to be more strongly represented in the world’s concert halls.
Translation: Tess Crebbin, 2004.

For performance materials please contact the original publisher Universal Edition, Vienna (www.universaledition.com).

Reprint with kind permission of Universal Edition AG, Vienna, 2004.